Der Turnierhundesport ist wohl die Sparte, die an die Hundeführer und die Hunde die größten sportlichen Anforderungen stellt. Im Turnierhundesport gibt es deshalb auch verschiedene Altersstufen und eine Trennung nach Frauen und Männern, die für die jeweilige Altersstufe getrennt bewertet werden. Die vorgeführten Hunde müssen mindestens 15 Monate alt sein, eine Begleithundeprüfung ist jedoch Voraussetzung. Auch sehr große Hunde können im Turnierhundesport erfolgreich und mit viel Spaß geführt werden. Für die Zeitmessung zählt immer der langsamere Partner (Hund oder Hundeführer). Es gibt sieben verschiedene Disziplinen:
Vierkampf 1 Beim Vierkampf muss man sich - wie der Name schon sagt - in vier verschiedenen Disziplinen bewegen. Der Vierkampf besteht aus den Gehorsamsübungen, bei denen der Hund nach einem festen Laufschema mit Leine und auch in der Freifolge geführt wird. Gezeigt werden müssen auch Tempowechsel, eine Sitzübung und eine Platzübung. Die erlaubten Hörzeichen sind vorgeschrieben. Die Punktvergaben sind an die Schwierigkeiten angelehnt. Anschließend an die Gehorsamsübungen folgt der Hürdenlauf, bei dem auf einer Strecke von ca. 50 Metern drei Hürden, deren Stangen locker aufliegen, vom Hund übersprungen werden müssen. Der Hundeführer läuft auf möglichst gleicher Höhe nebenher. Für Stangenabwürfe oder nicht gesprungene Hürden gibt es Punktabzug, zusätzliche Punkte für einen ohne Leine geführten Hund. Der jeweils langsamere Partner (Hund oder Hundeführer) ist wie überall im THS ausschlaggebend für die Zeitmessung. Es gibt zwei Durchläufe. Als drittes folgt der Slalomlauf. Hier wird der Hund - wieder mit oder ohne Leine - durch einen mit Stangen abgesteckten Zick-Zack-Kurs geführt, wobei Hund und Hundeführer durch die 7 Tore laufen müssen. Läuft einer von beiden vorbei, gibt es Punktabzug. Der Slalom wird zweimal gelaufen, die Bewertung erfolgt genauso wie beim Hürdenlauf. Als letzte Teildisziplin folgt der Hindernislauf, bei dem der Hund auf einer Strecke von 75 Metern (in der Regel in gerade Linie) 8 verschiedene Hindernisse (Hürde, Schrägwand oder Treppe, Tunnel, Laufsteg, Tonne, Reifen, Hochweitsprung und Hürde) zu überwinden hat. Der Hund kann mit oder ohne Leine geführt werden, letzteres bringt zusätzliche Punkte. Wenn Fehler passieren (Stangenabwurf oder Vorbeilaufen an einem Hindernis) gibt es Punktabzug. Der Hindernislauf muss ebenfall zweimal durchlaufen werden.
Vierkampf 2 Der Vierkampf 2 wird auf Basis des Vierkampfs 1 gelaufen, jedoch mit höheren Leistungsanforderungen. Der Hund wird im Vierkampf 2 nur ohne Leine geführt. Der Hürdenlauf wird nicht in zwei einzelnen Durchgängen gelaufen, sondern nur einmal, allerdings mit Hin- und Rücklauf und Drehung bei einer Wendestange. Bei den Gehorsamsübungen entfällt die Leinenführigkeit, stattdessen muss zusätzlich die Stehübung gezeigt werden. Für den Vierkampf 2 muss man sich qualifizieren.
Hindernislauf Der Hindernislauf besteht aus einer Geraden, die je nach Platzangebot auch zu einem "L" oder sogar einem "U" gewinkelt sein kann, auf der 8 Hindernisse stehen, die vom Hund überwunden werden müssen. Der Hundeführer läuft nebenher und sollte auf gleicher Höhe wie der Hund laufen. Das erste und das letzte Hindernis sind Brettersprünge in der Höhe von 50 cm. Der Hund darf beim Sprung auf dem Holz aufsetzen. Anschließend folgt die Schrägwand oder die Treppe). Beides muss vom Hund überwunden werden, egal auf welche Weise. Er darf die Geräte sogar überspringen. Das dritte Hindernis ist ein fester Tunnel. Der Tunnel muss aus lichtundurchlässigem Material sein. Anschließend folgt das Laufdiel. Das Gerät muss vollständig überquert werden, ein zu früher seitlicher Absprung gibt Punktabzug. Das fünfte Hindernis ist eine Tonne von 60 cm Durchmesser. Auch auf der Tonne darf der Hund aufsetzen, sie ist deshalb mit einem rutschfesten Belag versehen. Als nächstes Hindernis kommt der Reifen, meist ein Traktorreifen. Das vorletzte Hindernis ist ein Hoch-Weit-Sprung aus zwei locker aufliegenden Stangen im Abstand von einem Meter. Der Weitsprung kann mit einem einzigen Sprung genommen werden, der Hund darf jedoch dazwischen auch aufsetzen. Nur die Stangen dürfen nicht fallen! Beim Hindernislauf kann der Hund mit oder ohne Leine geführt werden, letzteres gibt zusätzliche Punkte. Punktabzug gibt es für das Vorbeilaufen an einem Hindernis, dessen Unterlaufen oder den Abwurf von Stangen. Die Zeitmessung richtet sich nach dem langsameren der beiden Partner. Die Hindernisgerade wird zweimal durchlaufen, beide Läufe zählen.
Geländelauf Den Geländelauf gibt es in zwei Distanzen: 2000 m und 5.000 m. Weiterhin wird zwischen dem Geländelauf, bei dem der Hundeführer die Leine in der Hand hält, und dem Geländelauf-Plus, bei dem die Leine mittels eines Bauchgurtes am Hundeführer befestigt ist. Beide Läufe werden getrennt bewertet, haben jedoch die gleiche Laufstrecke und das gleiche Streckenprofil. Da im Abstand von einer Minute gestartet wird, kann es durchaus vorkommen, dass man von einem anderen Team überholt wird oder selber überholt. Die Laufstrecke sollte nicht auf asphaltierten, sondern auf weichen Böden oder Wegen gesteckt werden. An relevanten Abzweigungen stehen Streckenposten, die auch auf Einhaltung der Regeln achten. Die Hunde müssen die gesamte Strecke an der Leine, die nicht länger als 2 m sein darf, geführt werden. Geschirre sind erlaubt.
Combinations-Speed-Cup Beim CSC gibt es zwei weitere Hindernisse, den Frankfurter Kreisel und die Mühlacker Harfe. Letztere sieht aus wie ein umgedrehter Halbkreis. Der Frankfurter Kreisel besteht aus zwei im 90° - Winkel zueinander stehenden Hochweitsprüngen mit Abwurfstange und einer Wendestange. Zunächst muss der Hund über den ersten Sprung geführt werden, dann um die Wendestange herum und anschließend über den zweiten Sprung. Ein Lauf besteht aus drei Sektionen mit jeweils etwas unterschiedlichen (in der Reihenfolge aber vorgeschriebenen) Hindernisbahnen, in denen auch die aus dem Vierkampf bekannten Slalomtore vorkommen.
Qualifications-Speed-Cup Es werden zwei identische Parcours aufgebaut und jeweils zwei Teilnehmer laufen zeitgleich los. Nach dem K.O.-System kommt der jeweils Schnellere der beiden Teams eine Runde weiter. Der Parcoursaufbau ist in der Turnier-Ordnung vorgeschrieben. Zunächst wird eine Qualifikationsrunde gelaufen, nach deren Ergebnis die Zusammensetzung der gegeneinander startenden Teams festgelegt wird. Anders als beim Vierkampf oder dem Hindernislauf müssen beim QSC ausgelassene Hindernisse wiederholt werden. Sollte dies versäumt werden, erfolgt eine Disqualifikation dieses Teams.
Shorty Beim Shorty werden zwei Hindernisbahnen in Kreuzform zueinander aufgebaut werden. Auch für den Shorty hier ist der Standardaufbau in der Turnierordnung vorgeschrieben. Es laufen zwei Teams in einer "Mini-Mannschaft", deren Gesamtzeit zählt. Wie beim CSC startet zunächst nur ein Hundeführer mit seinem Hund, der zweite darf erst loslaufen, wenn der erste seine Bahn vollendet hat.